Daheim
... Textes des articles ,un peu indigestes mais édifiants.
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Künstlerische Schützenscheiben: Daheim 30 Mars 1918

... Den größten Erfolg unter den hier wiedergegebenen Scheinbenbildern erringt ohne Zweifel die wundervolle Karikatur des Tommy Atkins, die Thomas Theodor Heine gestiftet hat. Das Zentrum der Scheibe trifft dabei gerade in das weitaufgerissene Maul des Engländers , das englische 42 cm Kaliber, wie es humorvoll auf der Scheibe selbst heißt.

Das Bild ist furchtbar einfach - und so schlagend, in jeder Weise schlagend, als Bild und als Gedanke! Daß eine deutsche Kugel den großmäuligen Burschen das Maul stopft, der sich noch kurzem brüstete, jeder einzelne Mann des Vierverbandes sei besser als irgendein deutscher Soldat - und das zu einer Zeit, wo auf einen Deutschen mindestens zwei oder drei Feinde kamen !- das ist sicher ein ganz vortrefflicher Scheibenwitz. Und gemacht ist das lustige Bild mit jener raffinierten Einfachheit, jener grausamen Treffsicherheit, die nur dem erstklassigen Satiriker zu Gebote steht. Dieser Brite mit seinen gesunden und gefräßigen Zähnen ist eine köstliche, die schlimmsten Seiten dieses Volks auschöpfende Karikatur.

Ebenfalls ein gutes Bild bietet Walter Firle mit seinem Bildnis eines typischen französischen Frontsoldaten aus dem Beginn des Weltkrieges. Die jetzt abgeschaffte auffallende Uniform des Piou-Piou mit den roten Epaulettes auf dem Kapottrock ist charakteristisch angedeutet, und die spöttische und herausfordernde Miene des mit aufgewichstem Henri Quatre gezierten Infanteristen prägt sich unvergeßlich und aufreizend dem Gedächnis ein. Jetzt sehen die französischen Soldaten schon lange ganz anders aus. Statt des flotten Käppi tragen sie einen an die Zeiten der Landsknechte erinnernden Stahlhelm und horizontgrüne * Uniformen , und die jungen Jahrgänge, die jetzt an der Grenze stehen, sind zu jung, als daß ihnen schon ein so martialischer Bart gewachsen sei ...

* Nb: horizontblaue

 

 

 

 

 

 

Deutsche Kriegsgraphik . Aus einer Ausstellung für Kriegsliteratur. Daheim 9 février 1918

... Das große Unternehmen jedoch, das sich Weltkriegsbücherei nennt und das im höchsten Grade unterrichtend für unsere und für die folgenden Geschlechter ist, stellt sich auf einen ganz anderen Fuß: es soll die Macht des gedruckten Wortes, der Vermittlung durch das Bild darlegen, und es ist zu hoffen und zu wünschen , daß dieser sein wichtigster Zweck auch wirklich voll erreicht werden möge. Schon lange vor Kriegsausbruch hatte die Presse mit Nachdruck darauf hingewiesen, in welcher raffinierten Weise die Presse der Einkreisungsländer nicht allein, sondern auch die durch ihre Regierungen bestochene oder sonstwie beeinflußte neutrale es verstände, gegen unser Volkstum Stimmung zu machen.

- Es ist übrigens schade, daß der Sammlung nicht auch eine solche von Films angegliedert worden ist, mit deren Hülfe Frankreich und England auch in Ländern germanischen Bluts große Erfolge gegen uns erziehlen.

- Hier liegt die tiefste und bisher unsichbare Wurzel des Deutschenhasses, dem wir zu unserer Verwunderung schon seit Jahren in der Welt begegneten. Was so an Verhetzung geleistet worden ist, erkennt man mit einem wahrem Grauen und Ekel zumal aus den romanischen Machwerken, wie sie uns diese Ausstellung vermittelte. Was an den Beschimpfungen unseres Kaisers, unserer Herrführer und Offiziere , an Schamlosigkeit und sadistischer Bosheit, an verzerrter Wut geleistet wird, grenzt an Irrsinn. Vor allem Frankreich, das "Land der guten Erziehung, des Taktes, der Menschlichkeit und der Ritterlichkeit," zeigt sich völlig ungeschminkt in der ganzen Roheit, die unter dem Firnis lauert, wie denn Frankreich überhaupt schon in seiner eigensten Geschichte einen Blutdurst und eine feige Grausamkeit gegen Wehrlose bewiesen hat, die seine glänzenden Eigenschaften, den unleugbaren Mut und die leidenschaftliche Vaterlandsliebe, die man ihm zugestehen muß, völlig verdunkeln. Indessen England sich in der Hauptsache darauf beschränkt, die von Anfang an ja recht mäßige Begeisterung für den Krieg heftiger anzufachen, den Krieg sozusagen zu popularisieren und sich nach seinem Lügenfeldzug bezüglich der angeblichen belgischen Greuel auf die Arbeit im eigenen Lande, die wohl auch sehr notwendig ist, besinnt, sendet Frankreich über die ganze Welt seine Werbeschriften und Plakate. Selbst für Japan sind Fächerblätter aus Papier, die die Kunde der gallischen Ruhmestaten vermitteln in bewunderungswürdiger Anpassung hergestellt worden. Wenn eine offizielle Herausgabe der Pariser Handelskammer mit der wunderbaren Behauptung beginnt: "Die Lüge bleibt Deutschlands Lieblingswaffe, die es schwerfällig aber mit hartnäckiger Unverfrorenheit handhabt," so steht dem deutscherseits ein reizendes humoristisches Exlibris : Bureau Reuter betitelt, gegenüber, das auf blauen Wogen drei fröhlich schnatternde Enten zeigt . ...